Ausgangssituation

Die demografische Entwicklung ist unumkehrbar und wird Folgen für unser gesamtes Wirtschafts- und Sozialsystem haben. Das Problembewusstsein in den Unternehmen ist derzeit noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Große Unternehmen und Konzerne haben die Problematik überwiegend erkannt und richten gezielt ihre Personalpolitik darauf aus; kleinere und mittelständische Betriebe oder Organisationen beschäftigen sich mit dieser Thematik in der Regel nur am Rande.

Unternehmen im demografischen Zangengriff
(Quelle: Frauenhofer IAO, IAT Universität Stuttgart)

Die demografische Entwicklung wird zur überlebenskritischen Falle für die Arbeitgeber, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Die Grafik zeigt deutlich, dass bereits ab 2012 der Anteil an jüngeren Arbeitnehmern dramatisch zurückgeht und gleichzeitig die Alterung stark ansteigt. Davon sind sowohl die privaten als auch die öffentlichen Arbeitgeber gleichermaßen betroffen.

Weitere Fakten machen die Dramatik der demografischen Entwicklung deutlich (Quelle: Statistisches Bundesamt):

  • Die deutschstämmige Bevölkerung hat in den letzten 30 Jahren ca. 5 Mio. Menschen verloren. Die Wanderungsbilanz in Deutschland fällt von Jahr zu Jahr negativer aus. In 2008 war die Wanderungsbilanz erstmals negativ. Die Zahl der Fortzüge überstieg mit 56.000 Menschen die Zuzüge.
  • Bis 2060 wird die Bevölkerung um 12 bis 17 Mio. Menschen in Deutschland zurückgehen.
  • Die gegenwärtige Geburtenrate liegt bei 1,38 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter. Der bevölkerungserhaltende Wert liegt jedoch bei 2,1.
  • Die Zahl der Jugendlichen unter 20 Jahren sinkt von derzeit ca. 16 Mio. auf unter 10 Mio. in 2060.
  • Der Anteil der über 65jährigen Menschen nimmt von heute bis zum Jahr 2030 um knapp 50% zu.

Die Konsequenz aus diesen Entwicklungen wird ein zukünftiger starker Mangel an qualifizierten Mitarbeitern sein. Der Bedarf wird das Angebot übersteigen. Wer als Arbeitgeber die besten Angebote – und dies hängt nicht nur von der Bezahlung ab - unterbreitet, wird diesen Wettbewerb gewinnen. Wer nicht mithält, verliert! Wettbewerbsfähigkeit wird zukünftig auch über die Verfügbarkeit ausreichend qualifizierten Personals definiert.

Unternehmen geraten insbesondere dann in die demografische Falle, wenn sie sich nicht rechtzeitig mit geeigneten personalpolitischen Maßnahmen auf diese Entwicklung vorbereitet haben. Von der Konzeptionierung bis zum Eintritt einer nachhaltigen Wirkung vergehen ca. 5 Jahre. Wenn Arbeitgeber dies ignorieren sind sie in ihrer Existenz akut gefährdet.

Die auf die demografische Entwicklung ausgerichtete Personalpolitik muss in der Strategie des Unternehmens verankert und zu einem wesentlichen Unternehmensziel erklärt werden.